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Transport
von
Kajak und Canadier
Wir wissen ja jetzt was dieser freundliche Porsche-Fahrer
empfiehlt, möchten aber nachfolgend noch einige Alternativen zum Bootstransport
zeigen. Wir möchten das Ganze aber nicht nur vom reinen Festbinden der
Boote, sondern auch noch von anderen Seiten her beleuchten.
Rechtliche Voraussetzungen
Für den Straßenverkehr allgemein und somit für den Transport von Kanuausrüstung
ist in der BRD die Straßenverkehrsordnung zu beachten. Im Ausland (auch
innerhalb der EU) gelten z.T. abweichende Bestimmungen. Auskünfte erteilt
hier z.B. der ADAC.
Für Deutsche Strassen gilt §22 der STVO: Fahrzeug und Ladung dürfen nicht
höher als 4m und nicht breiter als 2,55m sein.
Ladung auf dem KFZ darf ohne besondere Vorkehrungen vorne nicht und hinten
bis zu 100 cm überstehen. Bei einem Überstand ab 1m bis 150 cm hinten
ist eine hellrote mind. 30 x 30 cm große von einer Querstange auseinandergehaltene
Fahne anzubringen max. 1,5m über dem Boden. Bei Dunkelheit ist ein rotes
Licht max. 1,5m über dem Boden und ein roter Rückstrahler nicht höher
als 90 cm vorgeschrieben.
Über 150 cm bis 300 cm Überstand gilt die gleiche Kennzeichnungspflicht,
allerdings sind nur Fahrten bis 100 km Wegstrecke erlaubt.
Ein leerer Dachträger darf laut TÜV nicht über die Umrisse des Fahrzeuges
hinausragen. Mit Beladung darf man die volle Fahrzeugbreite ohne Außenspiegel
(steht in den KFZ-Papieren) ausnutzen. Seitliche Überstände über die Fahrzeugbreite
hinaus sind bis zu einer Breite von 40 cm vom Rand der Begrenzungs- oder
Schlussleuchten erlaubt.
Einzelne Stangen (z.B. Dachträgerholme!) und andere schlecht erkennbare
Gegenstände dürfen seitlich nicht herausragen. Der Fahrzeugführer ist
verpflichtet die Ladung so zu verteilen, dass die Verkehrs- und Betriebssicherheit
nicht beeinträchtigt ist, ebenso darf die Sicht nicht beeinträchtigt werden.
Dazu gehört auch eine Befestigung, die ein verutschen oder gar herabfallen
unmöglich macht.
Dachlast
Die Höhe der Dachlast, also die Ausrüstung + Dachträger die auf dem Fahrzeugdach
transportiert wird, ist i.d.R. in der Betriebsanleitung des KFZ angegeben.
Die dort angegebene Dachlast ist die Zuladung, die der Hersteller des
KFZ garantiert und auch entsprechende Fahreigenschaften zusagt. Sie ist
rechtlich für den Straßenverkehr nicht bindend. Wer statt der abgegebenen
80 kg gleich 180 kg auf´s Dach packt, hat mit der Polizei keine Probleme.
Wenn sich allerdings die Türholme verziehen wird der KFZ-Hersteller dies
wohl nicht als Garantiefall anerkennen. Fraglich ist auch, was nach einem
Unfall der Versicherungsgutachter dazu sagt. Deshalb sollte man sich im
eigenen Interesse an die vom Hersteller angegeben Dachlasten halten.
Auf keinen Fall darf das zulässige Gesamtgewicht des KFZ (steht in den
KFZ-Papieren = Leergewicht + Fahrzeuginsassen + sonstiger Fahrzeuginhalt
+ Dachlast) überschritten werden.
In jedem Fall verändern sich mit Beladung des Daches die Fahreigenschaften
des Fahrzeuges: Durch die vergrößerte Seitenfläche wird das Fahrzeug deutlich
Windempfindlicher. Der Schwerpunkt des Fahrzeuges verlagert sich nach
oben, dadurch wird besonders in Kurven das allgemeine Fahrverhalten verschlechtert.
Wie bei jeder zusätzlichen Beladung verlängert sich der Bremsweg.
Auswahl
und Befestigung des richtigen Dachträgers
KFZ ohne besondere Vorrichtung benötigen einen Dachträger mit Klemmmontage.
Bei diesen steht der Fuß mit einer Gummiplatte auf dem Dach und eine Kralle
fasst in den Türfalz. I.d.R. ist die Montageposition durch den Fahrzeughersteller
vorgeschrieben. Dies ist inzwischen die Standardbefestigungsart bei den
meisten PKW. Leider hilft diese Verbindung nicht viel, da diese Befestigungsart
in vielen Fällen eine verhältnismässig instabile Verbindung zwischen Dachträger
und Fahrzeugdach darstellt. (Siehe z.B. Fahrradträgertest Stiftung Warentest)
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Tipp: Der Halt
bei einer Vollbremsung lässt sich verbessern, wenn man die beiden
Dachträgerholme durch Längsstreben verbindet. |
KFZ mit Regenrinne waren über Jahrzehnte der Standard, spielen
aber heute zumindest bei Neufahrzeugen kaum noch eine Rolle. Neben der
flexiblen Auswahl der Montagepunkte bieten diese Träger im Normalfall
eine gute und sichere Verbindung zum Fahrzeug. KFZ mit integrierten
Rinnen oder Schienen bieten sehr gute und sichere Befestigungsmöglichkeiten.
Man ist in der Position der Dachträgermontage flexibel und kann den
Holmabstand ebenfalls sehr gut an das jeweilige Boot anpassen.
KFZ
mit Dachreling sind bei der Montage ebenfalls recht flexibel und bieten
bei ausreichender Stabilität der Reling eine sehr stabile Möglichkeit
für den Dachtransport. Leider sind viele Relinge aus optischen oder
Luftwiderstandsgründen recht weit hinten auf dem Fahrzeugdach montiert.
Dies hat besonders bei langen Booten Nachteile, außerdem verteilt sich
die Last einseitig auf die Hinterachse des Fahrzeugs.
Anschraubträger sind eine äusserst stabile Möglichkeit der Befestigung
des Dachträgers. Wer sich nicht scheut Löcher in sein Fahrzeugdach zu
bohren sollte über diese Befestigung nachdenken. Allerdings lässt sich
der Träger dann z.B. für Leerfahrten nicht mehr abnehmen. Erkundigen
Sie sich ggf. beim Fahrzeughersteller nach Montagepunkten.
Eine
relativ neue Möglichkeit sind aufblasbare Dachträger. Diese
bieten sich für gelegentliche Transporte (z.B. bei Mietwagen -
Vermietbedingungen beachten!) bei Fahrzeugen mit 4 Türen an. Achten
sie aber auf jeden Fall auf ein sauberes Dach, so vermeiden Sie Kratz-
und Scheuerstellen.
Halterungen am Wohnmobil sind besonders vielfältig. Hier sollte man
sich in jedem Fall beim Hersteller des Fahrzeuges, bzw. des Fahrzeugdaches
nach den Montagemöglichkeiten erkundigen. Ideal sind längs auf dem Dach
montierte Schienen auf denen man sehr gut einen Anschraubträger befestigen
kann.
Befestigung des Bootes auf dem Dachträger
Grundsätzlich ist jede Dachladung so zu sichern, dass diese auch bei
einer Vollbremsung oder gar bei einem Unfall immer noch fest auf dem
Fahrzeugdach gehalten wird. Die Kräfte, die auf die Dachlast wirken,
sind bei einer Vollbremsung erheblich höher als z.B. bei Fahrten mit
überhöhter Geschwindigkeit.
Deshalb ist das sorgfältige Sichern der Ladung auch bei kurzen Strecken
wichtig. Im Gegenteil bei Fahrten im Stadtverkehr ist man sicherlich
eher zu einer Vollbremsung gezwungen als auf freier Strecke. Deshalb:
Bei jeder Fahrt, auch für ein noch so kurzes Stück, sind die Boote genauso
zu sichern, wie bei einer langen Urlaubsfahrt.
Bei längeren Touren empfiehlt es sich regelmässig den festen Sitz der
Gurte zu überprüfen.
Befestigung von Kajak(s):
Grundsätzlich
bietet sich der flachliegende Transport des Bootes an. Gerade große
Tourenboote oder gar Zweierkajaks erhöhen bei einem Hochkanttransport
die Seitenwindempfindlichkeit des Fahrzeugs, zusätzlich wird der Schwerpunkt
des Fahrzeugs noch weiter nach oben verlagert. Entweder wird das Boot
direkt auf die Dachträgerholme gelegt, oder in flache Dachträgermulden
gelegt und dort befestigt. Die Mulden sollten auch von der Form (ggf.
nachbiegen) zum Boot passen und keine Druckstellen im Boot hinterlassen.
Beim
Transport direkt auf dem Dachträgerholm empfiehlt es sich Schaumauflagen
o.ä. unter das Boot zu legen, dies kommt nicht nur dem Boot zugute,
sondern erhöht die Rutschfestigkeit der meisten Dachträger erheblich.
Somit lässt sich das Boot einfacher und besser befestigen.
Der
Hochkanttransport von Kajaks bietet sich immer dann an, wenn mehrere
Boote oder z.B. neben den Booten noch Fahrräder transportiert werden
sollen.
Ovalbügel bieten guten Halt und die Boote lassen sich recht einfach
befestigen, allerdings müssen die Boote, besonders bei hohen Fahrzeugdächern
störend, noch höher gehoben werden.
Senkrechte
Stützen sind von dem Befefestigungsmöglichkeiten besonders flexibel.
Wenn z. B. Canadier und Kajaks gemischt transportiert werden, oder häufig
von der Form her sehr unterschiedliche Boote transportiert werden sollen.
Ein lose auf den Träger gelegtes Boot kann aber unbeaufsichtigt z.B.
durch Wind leicht herunterfallen - hier bieten Ovalbügel mehr Halt.
Wer also häufig alleine Boote lädt ist i.d.R. mit Ovalbügeln besser
bedient. Häufig sieht man das 4-5 Boote hochkant mit einem einzigen
Paar Spanngurte befestigt werden. Dies ist wegen des notwendigen hohen
Zuges auf dem Gurt (die mittleren Boote halten nur durch den starken
Anpressdruck/Reibung gegeneinander) auch für robuste PE-Boote eine Tortour.
Leider verschieben sich auch bei noch so starkem Zug die Boote bereits
nach kurzer Fahrt gegeneinander, so dass die Befestigung nachlässt.
Bei einer Vollbremsung/Unfall ist diese Art der Befestigung besonders
verkehrsgefährdend. Es sollten nie mehr als 2 Kajaks mit einem Gurtpaar
befestigt werden.
Befestigung von Canadier(n):
Canadier transportiert man am besten flachliegend, kieloben auf dem
Dachträger. Dies gewährleistet die beste Auflage und ist für die meisten
Boote die schonenste Art des Transportes. Boote mit der Luke nach oben
zu transportieren bietet sich an, wenn diese als Gepäckraum genutzt
werden sollen. Diese müssen dann aber mit einer Lukenabdeckung/Persenning
abgedeckt werden.
Ein
Wort noch zu den Spanngurten
Die Schnallen der Gurte sind in den meisten Fällen aus Metallguß, ein
Material welches relativ empfindlich auf Schläge reagiert. Deshalb die
Gurte nie auf den Boden werfen, es könnten Haarrisse entstehen, die
später zum Bruch der Schnalle führen.
Das Gurtband sollte aus 25mm breitem PES- (Polyester-) oder PA (Polyamid/Nylon)
Gewebe bestehen. Diese Breite gewährleistet eine gute Auflagefläche
(wichtig bei empfindlichen Booten) und passt durch die Ösen der meisten
Bootshalterungen. Diese Materialien sind reiß- und scheuerfest, UV-beständig
und werden bei Nässe nicht hart.
Billige
Gurte bestehen zumeist aus Polypropylen (PP), dieses Material ist weniger
UV-beständig und deutlich empfindlicher gegen durchscheuern, sollte
also von verantwortungsvollen Autofahrern nicht verwendet werden.
Aber auch bei hochwertigen Gurten gilt: Schnallen und Gurtbänder regelmässig
auf Beschädigungen überprüfen.
Ratschengurte sind zwar eine stabile Alternative zur Befestigung, allerdings
können bei starkem Festzurren der Gurte Beschädigungen an Booten auftreten.
Besonders leicht gebaute Boote sollten niemals, bzw. nur mit besonderer
Vorsicht mit diesen Gurten befestigt werden.
Tauwerk ist eine sinnvolle Alternative zu den Spanngurten. Verwenden
Sie aber aus Sicherheitsgründen stets Kernmanteltauwerk mit geringer
Dehnung. Bei der Verspannung mit dem Schleifknoten erreichen Sie sehr
hohe Festigkeit auf dem Dachträger. Machen Sie sich aber in jedem Fall
mit den wichtigen Knoten vertraut.
Empfindlichere Boote (Carbon-Leichtbau, Royalex-Light oder manche Billigprodukte)
sollten Sie lieber mit Spanngurten befestigen. Tauwerk kann aufgrund
der geringeren Oberfläche Druckspuren in der Oberfläche des Bootes hinterlassen.
Ladungssicherung
Fangleinen sind die “Versicherung” Ihrer Dachlast. Grundsätzlich sollte
die Ladung auf Ihrem Träger durch die Verzurrung am Träger selbst halten.
Im Falle eines Falles, z.B. bei einer heftigen Vollbremsung oder gar
bei einem Unfall, kann es u.U. passieren dass der Dachträger nicht ausreichend
auf dem Fahrzeug hält.
Die Fangleinen verhindern dann, das die Ladung in die Heckscheibe des
Vordermannes oder der Vorderfrau fliegt und dort (Personen-) Schäden
anrichtet. Die Fangleine wird jeweils vom Bug bzw. Heck des Bootes nach
unten zur Stossstange bzw. zum Abschlepphaken des Fahrzeuges befestigt.
Bitte machen Sie sich mit den Befestigungsmöglichkeiten an dem entsprechenden
Fahrzeug vertraut. Zum Abspannen verwenden Sie am besten Tauwerk, denn
Gurte flattern, stören die Sicht und führen zu Geräuschentwicklung.
Ökologie
Ein Lukendeckel auf Ihrem Kajak beschert nicht nur einen trockenen Sitz
am Beginn der Tour, sondern senkt auch deutlich das Fahrgeräusch und
den Windwiderstand des Bootes. Damit hilft der Lukendeckel auch Sprit
zu sparen.
Dachträger gehören bei Leerfahrten ins Auto! Ein leerer Dachträger ehöht
den Luftwiderstand des Fahrzeugs und damit den Spritverbrauch um ca.
10 - 20 %.
Diebstahlsicherung
Eine Diebstahlsicherung
lohnt sich allemal um zumindest Gelegenheitsdiebe abzuschrecken. Ideal
sind plastikummantelte Stahlseile. Diese scheuern weniger am Lack und
sind mit einer normalen Kneif oder Kombizange nur schwer zu knacken.
Damit und einem Vorhängeschluß lassen sich die Boote auch bei der Lagerung
oder der Bootstour sichern.
Bitte beachten: Vermeiden
Sie beim Bootstransport auf jeden Fall Provisorien und Bastellösungen
wie Wäscheleinen, Gummiexpander, Dachlatten - Sie gefährden nicht nur
sich selbst, sondern vor allem andere Verkehrsteilnehmer!
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Autokauf
Es mag ein bisschen weit gehen, wenn wir hier über den Autokauf reden,
aber es gibt auch KFZ die für den Dachtransport denkbar ungeeignet sind.
So werden allen Ernstes Autos hergestellt für die kein Dachträger erhältlich
ist, es gibt Vans mit einer Dachlast von 30 kg, es müssen Türdichtungen
vor der Dachträgermontage eingeschnitten werden ....und und und.
Deshalb hier eine kleine Checkliste für den Autokauf:
• Ist für das Fahrzeug überhaupt ein Dachträger erhältlich?
• Zulässige Dachlast, zulässiges Gesamtgewicht/verbleibende Nutzlast?
• Gibt es vorgeschriebene Montagepunkte für den Dachträger?
• Reicht der Abstand der Dachträgerholme für den Transport des/der entsprechenden
Boote?
• Ist die Breite des erhältlichen Dachträgers ausreichend?
• Wie einfach ist die Montage/Demontage des Trägers?
• Sind für den angebotenen Träger spezielle Boots- Paddelhalterungen
erhältlich?
Quellen:
Fahrradträgertest Stiftung Warentest
DKV, Sicherheit im Kanusport Band II, 1986
StVO § 22 und 23
Stand: 06/2008
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