Die Ruhr - Blauer Faden einer Region

Die Ruhr ist die Lebensader und Namensgeber des Ruhrgebiets. Wer hier als erstes an Industrie denkt liegt aber nicht ganz richtig. Auf ihrem Weg vom Ursprung nahe Winterberg im Rothaargebirge bis zur Mündung in den Rhein durchquert der Fluss verschiedene Landschaften und verändert stetig seinen Charakter.
In erster Linie ist die Ruhr die (Trink-) Wasserversorgung und Erholungsraum für das Ruhrgebiet. Inzwischen ist die Wassserqualität durchweg gut und die Auswirkungen der Industrie sind inzwischen eher selten zu spüren.
Ein kurzes Stück unterhalb der Ruhrquelle nahe Winterberg ist die Ruhr bereits fahrbar. Hier ist sie ein sportlicher Mittelgebirgsbach mit kurzen Wildwasserabschnitten. Die meisten Befahrungen beginnen aber in Bigge-Olsberg. Von dort aus bahnt sich die Ruhr ihren Weg durch die Höhenlagen des Sauerlandes.
Ab Neheim-Hüsten ist die Ruhr ganzjährig mit Tourenbooten fahrbar, auf dem ersten Abschnitt ist sie eine sportliche Wanderfahrt durch einen renaturierten Abschnitt. Hier wird seit Jahren daran gearbeitet die Eingriffe des Menschen in den Flusslauf zu korrigieren und wieder einen möglichst natürlichen Charakter herzustellen. Im Anschluss wird es deutlich ruhiger, häufige Wehre bremsen die Strömung und erfordern das umtragen der Boote. Ein Bootswagen ist hier sehr hilfreich.
Ab Hagen findet man die ersten Stauseen der Ruhr, diese sind besonders bei SUPlern beliebt, eignen sich aber auch prima für den kurzen Feierabendworkout oder Touren zum einfachen hin- und herpaddeln ohne das Fahrzeug versetzen zu müssen. Hier taucht man auf dem Fluss mit seinen steilen Talhängen in aus dem Trubel der großen Metrolpolregion in eine andere Welt ab. Trotz der unmittelbaren Nähe zu den Städten hat man den Eindruck sich mitten in der Natur aufzuhalten. In diesem Bereich findet man auch hoch über dem Fluss gelegen eine Reihe von Burgen und Denkmälern die einen Abstecher wert sind.

Die Ruhr ist ein vielseitiger Fluss und bietetNaherholung für Deutschlands größten Ballungsraum.

Unter den anliegenden Vereinen findet man häufig neben Kanuvereinen auch Ruderclubs. Im aufgestauten Bereich der Seen sind auch viele Vereine mit erfolgreichen Leistungssport-Abteilungen im Kanu-Rennsport und Kanupolo ansässig.
In diesem Teil ist die Ruhr auch bei SUP und Kanuverleih-Stationen beliebt. Ebenso werden die Ruhrseen von Seglern und Windsurfern genutzt. Stellenweise verkehren auch Ausflugsschiffe. Trotz der umfangreichen Nutzung ist es selten überfüllt und es ist entspannter Wassersport für alle
möglich. Der Fluss ermöglicht eine vielseitige Freizeitgestaltung, Erholung und sportliche Aktivität für die Bewohner des Ruhrgebiets und der umliegenden Gegend.

Der Fluss eröffnet eine neue Sicht auf die industriell geprägte Region.

Unterhalb Witten bis Essen sind viele Wehre durch Bootsgassen fahrbar gemacht. Erfahrene Paddler sparen sich somit das umtragen. Im Bereich zwischen Mühlheim und der Mündung in den Rhein ist die Ruhr schiffbar. Durch die von Kohleförderung und Industrie geprägte Region entwickelte sich im Bereich der Ruhrmündung mit den Duisburg-Ruhrorter Häfen der größte Binnenhafen Europas.
Der Ruhrtalradweg führt von der Quelle bis zur Mündung meist direkt neben dem Fluss entlang. Er ist somit eine sportliche Alternative zum paddeln und eignet sich hervorragend zum Versetzen der Fahrzeuge. Allerdings ist der Radweg bei schönem Wetter, insbesondere an langen Wochenenden,
recht frequentiert. Ebenso bietet sich das Versetzen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Hier profitiert man von der Stadtnähe und der damit verbundenen Infrastruktur.
Infos zur Ruhr und ihren Nebenflüssen, sowie eventuellen Befahrungsregelungen gibt es im NRW Gewässerführer.

Bericht: Frank & Kai Schröer, Fotos: Frank Schröer, aus dem Sport Schröer Katalog 2021.

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